PARADIES FüR OLDTIMER
Ein ehemaliger Straßenbahnschuppen im Zentrum Berlins besitzt für Oldtimer-Fans längst Kultstatus. Das im Mai 2003 eröffnete Meilenwerk entführt seine Besucher in eine Klassiker-Erlebniswelt der besonderen Art.Tempel der automobilen Hochkultur: Es gibt Ideen, die erscheinen so einfach und genial, dass man sich immer wieder fragen muss, warum sie eigentlich vorher niemand in die Tat umsetzte. Dazu zählt auch das Berliner Meilenwerk, dem sein geistiger Vater Martin Halder den treffenden Beinamen "Forum für Fahrkultur" gab. Auf dem 16.000 Quadratmeter großen Gelände des über 100 Jahre alten ehemaligen Straßenbahndepots findet sich praktisch alles, was das Herz eines Oldtimer-Enthusiasten höher schlagen lässt.
Während in der einen Ecke die Mitarbeiter von Spezialfirmen emsig an der Restauration eines automobilen Kleinods arbeiten, schiebt auf der anderen Seite ein stolzer Besitzer sein vierrädriges Juwel nach einer ausgedehnten Fahrt ins Grüne zurück in seine klimatisierte gläserne Einstellbox.
Das Meilenwerk ist weit mehr als ein "lebendiges Museum": Es bietet zusätzlich einen attraktiven Treffpunkt für Oldtimer-Clubs und Eventflächen, sowie für besondere Gaumenfreuden auch Cafés und Restaurants.
"Mit unserem Projekt realisierten wir genau das, wovon zahlreiche Klassik-Fans seit Jahren geträumt haben", freut sich Martin Halder. "Wir traten sozusagen offene Türen ein."
Enthusiastische Oldtimerfans, die sich gerne mit ihresgleichen austauschen oder fachliche Unterstützung benötigen, finden in den Hallen des Berliner Meilenwerks eine Reihe verschiedener Dienstleister – von der Oldtimervermietung bis zur Fach-Buchhandlung, von der Gutachtenzentrale zum Versicherungsmakler, vom Modellauto-Hersteller bis zum Rennservice. Alles unter einem Dach!
Überhaupt trägt das einzigartige Ambiente des Meilenwerks wesentlich zum Erfolg des Projektes bei. Nachdem die im Bezirk Mitte gelegenen Wiebehallen nach ihrer Zeit als größtes Straßenbahndepot Europas nach und nach verfielen und 1996 sogar wegen baulicher Mängel gesperrt werden mussten, erstrahlt das denkmalgeschützte Bauwerk seit Mai 2003 in neuem Glanz. "Wir gingen bei der Renovierung ausgesprochen behutsam vor", beschreibt Halder.
So blieben die massiven Backsteinwände in ihrer ursprünglichen attraktiven Form erhalten geblieben. Sogar die alten, gusseisernen Fensterrahmen wurden sorgfältig restauriert und mit moderner Isoliertechnik auf den neuesten Stand gebracht.
"Wir wollten die Geschichte des Gebäudes bewahren, wollten es nicht ‚tot sanieren‘", so Halder. "Genau wie Oldtimer entwickeln auch historische Gebäude erst dann ihre besondere Wirkung, wenn eine gewisse Patina erhalten bleibt."
Die positiven Reaktionen – pro Jahr begrüßt sein Team rund 500.000 Besucher – überraschen Halder keineswegs. "Das Projekt Meilenwerk beruht auf einer gesellschaftlichen Entwicklung, die das Konsum- und Freizeitverhalten zunehmend beeinflusst", ist der diplomierte Wirtschaftsingenieur und Immobilienökonom überzeugt. "Gesucht werden nicht nur Einkaufsmöglichkeiten, sondern Erlebniswelten, die ihren Kunden neben einem hochwertigen und umfassenden Dienstleistungs- und Produktangebot auch eine hohe Aufenthaltsqualität bieten."
Der Erfolg des Meilenwerks in Berlin blieb nicht ohne Folgen: Am 16. September 2006 haben Halder und sein Team in einem ehemaligen Ringlokschuppen in Düsseldorf ein zweites "Forum für Fahrkultur" eröffnet. Darüber hinaus entsteht bereits das dritte Forum für Fahrkultur in der Region Stuttgart.
- Informationen:
- www.meilenwerk.de