Explore Your Life
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

REVIVAL AN DER WAND

Zeit für einen Tapetenwechsel: Wo gestern noch die weiße Raufaser langweilte, schmücken heute knallige Retromuster, raffinierte Designerentwürfe oder gar fantasievolle Eigenkreationen die Wand. Moderne Computertechnologie und digitale Druckverfahren bereiteten den Weg für die Rückkehr der Tapete als Kult- und Kunstobjekt.
 

Dieses Comeback ist nicht von Pappe: Bunt treiben es derzeit die Tapisserien und treffen damit bei ihren Kunden voll ins Schwarze. Immer mehr Designer nutzen die Tapete, um sich künstlerisch auszudrücken. Zahlreiche Endverbraucher sind auch schon ganz von der Rolle und bringen mithilfe von Spezialisten eigenes Fotomaterial oder kreative Ideen zu Papier. Beides zeigt: Die Tapete ist inzwischen nicht nur zum Kult-, sondern auch zum Kunstobjekt avanciert.

"Ich kleb´ dir eine" bekommt etwa durch "Berlintapete®" eine ganz neue Bedeutung. Das Unternehmen zählt zu den bekanntesten Herstellern von Wallpapern nach Maß und schreckt auch vor ungewöhnlichen Aufgaben nicht zurück – selbst wenn es sich dabei um Datenmaterial zum menschlichen Erbgut handelt, das per Email und verbunden mit dem Wunsch, den genetischen Code an die Wand zu bringen, eintraf. Kein Problem für die Kleister-Meister aus der Hauptstadt. Neben extravaganten Privatkunden versorgt "Berlintapete®" auch gewerbliche Auftraggeber mit individuellem Wandschmuck – von der fiktiven Waldlichtung in einer Abteilung des Berliner Luxus-Kaufhauses KaDeWe bis hin zum überdimensionalen Poster der Hardrock-Gruppe Rammstein, das nun den Konferenzraum ihrer Plattenfirma ziert.

Individuelle Wünsche setzen auch die kreativen Köpfe von "varistyle®" um. Besonderer Clou: Über das Internettool "varistyler" können sowohl Profis wie Innenarchitekten und Raumausstatter als auch Endverbraucher per Mausklick ihre eigene Tapete kreieren. Wer vor dem weißen Blatt zurückschreckt, kann dabei auf von Grafikern und Künstlern erdachte Muster zurückgreifen und diese nach Belieben neu zusammensetzen und einfärben. Passende Lampen und Möbelstücke sind ebenfalls nur einen Mausklick entfernt. Auch das Repertoire an Fototapeten ist beachtlich und reicht bis hin zu ausgefallenen "Fast Food"-Motiven wie Pommes rot-weiß oder Sushi.

Darüber hinaus machen immer mehr künstlerisch veranlagte Menschen als "Tapetendesigner" von sich reden. Zu ihnen zählt unter anderem Ulf Moritz, der als Ikone der Heimtextil-Branche gilt. "Die Welt der Tapeten ist grausam – uninspiriert, konservativ und langweilig", stellte der Wahl-Niederländer unlängst fest und nahm sich der Revitalisierung des Wandschmucks an. In Zusammenarbeit mit der "Marburger Tapetenfabrik" entwickelte er stylische und zugleich effektvolle Tapeten, die sich zum einen durch raffinierte Farben und Formen, zum anderen durch knittrige oder körnige Oberflächen von der Masse – und von der Wand – abheben. Ähnlich verhält es sich auch mit der spanischen Designerin Paula Pappenheim. Über ihr Label "Pappenpop" vertreibt sie Tapeten mit überwiegend floralen Ornamenten, die den Anspruch der Künstlerin unterstreichen, Design "zum Leben zu erwecken".

Der deutsche "Rat für Formgebung" und die "A.S. Création Tapetenstiftung" unterstützen den neuen Tapeten-Trend, indem sie den Wettbewerb "New Walls, Please!" ins Leben riefen. Zu den Gewinnern der ersten Stunde zählten die Innenarchitektinnen Susanne Schmidt und Andrea Baum, die neben ihrer preisgekrönten "Single-Tapete" – die einen imaginären Mitbewohner zeigt – noch weitere innovative Motive vertreiben. Auf ihrer Website erhalten alle, die am liebsten gleich selbst Hand anlegen wollen wertvolle Tipps zum richtigen Umgang mit Tapetenmesser und Nahtroller. Es darf also geklebt werden!

Informationen:
 
www.berlintapete.de
www.varistyle.de
www.marburg.com
www.pappenpop.com
www.german-design-council.de
www.single-tapete.de

 

Copyright © Volvo Car Germany 2008 Impressum, Datenschutz und rechtlicher Hinweis