DER KRAN
Auf Knopfdruck setzen sich 60.000 Tonnen Stahl in Bewegung. Der riesige blaue Stahlkoloss dreht Pirouetten, bewegt seine überdimensionalen Greifzangen nach links oder rechts. Welcher kleine Junge hat nicht einmal davon geträumt Lokomotivführer, Baggerfahrer oder Kranführer zu werden? Und hier werden Träume wahr! Der 17 Meter hohe Kran bewegt sich ganz so wie es der Gast oben in der Kranführerkabine bestimmt.Der Gast? In der Tat sitzt hier kein Hafenarbeiter, um Containerschiffe zu beladen. Tatsächlich agieren übernachtungsgäste, die das Besondere, den Luxus und das ausgefallene Ambiente suchen. Der Kran im niederländischen Friesenstädtchen Harlingen oder "Langer Wilhelm", wie ihn die Harlinger liebevoll nennen, ist ein Industriedenkmal im Design der Sechziger und zählt zu den ungewöhnlichsten Hotels der Welt.
Einst tat der Kran seine Dienste beim Abladen von Kies der ankommenden Frachtschiffe. Bis zu seiner Pensionierung vor fünf Jahren. Der kreative Journalist und "Projekt-Verwirklicher" Gosse Beerda erwarb den ehemaligen Ladekran zum Wert von einem Haufen Altmetall. Der Stahlkoloss wurde komplett demontiert und bis in den letzten Winkel penibel restauriert. Zwei Jahre werkelte Beerda an seiner "Wolkensuite".
Heute genießen gestresste Großstädter von Amsterdam bis New York ein romantisches Wochenende auf zehn Quadratmetern komprimiertem Luxus mit Designermöbeln, Bar und Dachterrasse. Bereits der Einstieg, beziehungsweise Aufstieg, in die Luxus-Wolkensuite ist ein Erlebnis. Man benutzt den von Beerda entwickelten Prototyp des Aufzugs und lässt sich in das Herzstück des Krans Hinaufbeamen. Und hier verschlägt einem die wunderschöne Aussicht zunächst einmal den Atem. Man sollte das Panorama einfach einige Zeit auf sich wirken lassen.
Und dann - versetzt einen das ungewöhnliche Ambiente in Erstaunen: Metallwände, in warmes Rot getaucht, ein riesiges Panoramafenster und erst die Duschkabine mit ihrer futuristischen Funktionalität. über Touchscreen werden Plasmabildschirm und die wechselnden Farbtöne der Dusche – je nach Wunsch und Stimmung – vom Gast gesteuert. Einfach genial, wenn man sogar die Farbe des Duschwassers bestimmen kann.
Welches Frühstücks-Panorama hätten Sie denn gerne? Backbord den Blick auf den Waddenzee, die Fähren und Inselkleckse am Horizont. Oder lieber die Aussicht über das Hafenstädtchen Harlingen mit seinen spätgotischen Giebelhäusern. Eine Treppe führt von der Suite in das Kranführerhaus – und hier kann man seinen Traum verwirklichen. Ein einziger Hebeldruck setzt den Koloss in Bewegung und bringt ihn in die gewünschte "Frühstücks-Position". Und jetzt genießt man raffinierte Delikatessen aus dem Luxus-Frühstückskorb in der "Wolken-Suite".
Insgesamt hat Gosse Beerda in Harlingen drei Projekte verwirklicht. Neben dem Kran installierte er auch außergewöhnliche Minihotels in einem Leuchtturm und auf einem Rettungsboot. Alle drei wirken wie ein Magnet für das holländische Harlingen.
- Informationen:
- www.vuurtoren-harlingen.nl
- Tel.: 0031 – 515 540 550
- Fax: 0031 – 515 543 605
- Adresse:
- Dokkade 5
- Harlingen, Niederlande
- Postbus 68, NL-87 10 AB Workum
Preis pro Übernachtung im Kran: 319,-- Euro
(für zwei Personen inkl. Luxus-Frühstückskorb)
Preis pro Übernachtung im Rettungsboot: 229,-- Euro
(Zwei-Personen-Suite inkl. Frühstück)
Für eine Fahrt auf See (ca. 2 Stunden) werden zusätzlich 169,-- Euro berechnet
Preis pro Übernachtung im Leuchtturm: 319,-- Euro
(zwei Personen inkl. Frühstück)