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DESIGN ERLEBEN

Sie rücken die Schönheit der Form in den Vordergrund und sind selbst einen Besuch wert: Das "Vitra Design Museum" und das "Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen" bieten gelungener Gestaltung eine außergewöhnliche Bühne.
 

Architektur und Design finden manchmal auf ungewöhnlichen Wegen zusammen: Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein zum Beispiel ist buchstäblich wie Phönix aus der Asche entstanden. 1981 hatte ein Brand die Produktion des Möbelherstellers vernichtet. Firmenchef Rolf Fehlbaum erkannte die Chance, die diese Katastrophe bot: Er beauftragte den renommierten Architekten Nicholas Grimshaw mit dem "Masterplan" für die Neugestaltung der Gebäude. Zugleich realisierte der Brite aus Stein- und Aluminiumkomponenten eine Fertigungshalle, deren Stil seither ungezählte Nachahmer gefunden hat.

Vom ursprünglichen Konzept, alle übrigen Bauwerke im gleichen Hightech-Stil zu erstellen, rückte Fehlbaum schnell wieder ab: Aus der Zusammenarbeit mit dem Stararchitekten Frank O. Gehry – die ursprünglich mit dem Design des Stuhls "Little Beaver" begonnen hatte – entsprangen neue Impulse. Mit dem märchenhaft verschlungenen, unkonventionellen "Vitra Design Museum" setzte Gehry unverzüglich neue Maßstäbe und sorgte mit seinem ersten europäischen Gebäude weltweit für Aufsehen. Im Inneren rückt Vitra zeitgenössisches und klassisches Design in den Mittelpunkt – bis zum 28. Mai 2007 zum Beispiel die Ausstellung "Zerstörung der Gemütlichkeit? Programmatische Wohnausstellungen des 20. Jahrhunderts".

Nicht minder spektakulär fiel gleich nebenan auch die neue Feuerwache aus, das Erstlingswerk der heute international bekannten Architektin Zaha M. Hadid. Das ungewöhnliche, schmale Gebäude kommt gänzlich ohne rechte Winkel aus und wirkt so dramatisch, als stände es selbst auch in permanenter Alarmbereitschaft. Trotz seiner asketischen Schönheit konnten sich seine Bewohner allerdings nicht mit dem kühlen Entwurf anfreunden: Die Brandbekämpfer besiedeln heute ein Gebäude in der Stadt. Seither wird auch die verwaiste Feuerwache für Ausstellungen genutzt. Noch bis zum 26. August zu sehen: "Die Möbel von Charles und Ray Eames – Produkte, Prozesse, Prototypen."

Die hier zu Lande wohl prominenteste Pilgerstätte für Kultur-, Architektur- und Designliebhaber jedoch findet sich im Ruhrgebiet: das "Design Zentrum Nordrhein-Westfalen" in Essen. Schon das außergewöhnliche Ambiente der ständigen Ausstellung dient als Garant für einen hohen Erlebnisfaktor: Sie wurde 1997 in das morbide wirkende Kesselhaus der ehemaligen Zeche Zollverein integriert, einer Kathedrale der Industriekultur und Weltkulturerbe der UNESCO. Niemand geringeres als der britische Stararchitekt Lord Norman Foster passte diesen Teil der Industriebrache seiner neuen Bestimmung an.

Zwischen rostigen Leitungen und meterhohen Metalltrögen – wo früher unter großer Hitze und ohrenbetäubendem Lärm malocht wurde – finden heute vom Mobiltelefon über den Messerschärfer bis hin zu Armbanduhren und kompletten Badezimmereinrichtungen mehr als 1.000 verschiedene Alltagsgegenstände eine neue Heimat. Ihre Gemeinsamkeit: Sie dürfen von sich behaupten, buchstäblich in Bestform zu sein – alle ausgestellten Produkte gehören zu den Gewinnern des "red dot design awards", einem der weltweit führenden und größten Design-Wettbewerbe.

Informationen:
 
www.design-museum.de
www.red-dot.de

 

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