Fahrt ins Blaue
Klare Sache: Mineralwasser ist die perfekte Autofahrer-Erfrischung. Aber wo kommt das gesunde Nass eigentlich her? Mit dem Volvo V50 FlexiFuel gehen wir auf Entdeckungsreise direkt an die Quellen.Wir stehen in einer modernen, aufgeräumten Produktionsanlage - und das ebenso hochwertige wie vielseitige Getränk, das hier verarbeitet wird, ist nichts anderes als Mineralwasser. Unscheinbar im Auftritt, von Medizinern und Wissenschaftlern mit Lobeshymnen überschüttet, ganz ohne menschliches Zutun entstanden und doch so akribisch überprüft wie kaum ein anderes Lebensmittel - solche Widersprüche machen neugierig. Verfolgen wir also den Weg des Wassers. Unsere Tour zu Brunnen und Quellen unternehmen wir in einem Volvo V50 FlexiFuel, der mit Bioethanol fährt - einem alkoholhaltigen Treibstoff aus Pflanzen und Bio-Abfällen.
Gute Zeichen also für den „blauen Planeten” - und ein blaues Leuchten markiert auch den Beginn dieser Reise: Vor uns drängeln sich in endlosen Schlangen Tausende halbtransparenter blauer Flaschen neben- und hintereinander. Mehrfach ergeben sich inmitten der rasselnden und klirrenden Geschäftigkeit faszinierende Farbenspiele: An einer Station beleuchten zum Beispiel orangefarbene Lichtblitze die blauen Flaschenhälse, damit Spezialkameras in Sekundenbruchteilen erfassen können, ob das Gewinde in Ordnung ist. So eilen die Flaschen auf Metallbändern von Maschine zu Maschine, werden gereinigt, sortiert, geprüft, durchleuchtet, etikettiert, bis sie schließlich ihren wohlgeformten Hals gierig den Rohren der Abfüllanlage entgegenrecken.
Das Mineralwasser, das hier frisch aus den Tiefen des Gesteins abgefüllt wird, machte einen kleinen Ort im Taunus weltberühmt: Niederselters. Der Name steht als Sammelbegriff für die ganze Gattung. Im Restaurant bestellen Menschen „ein Selters”, wenn sie ein Wasser möchten, in vielen Sprachen ist eine Abwandlung von „Selters” die korrekte Übersetzung für Mineralwasser - auch, weil schon im 18. Jahrhundert ganze Schiffsladungen des edlen Getränks nach Amerika, Indien, Russland oder Skandinavien exportiert wurden.
Voraussetzung für den Welterfolg: In den sogenannten „Wasserstockwerken” von 50 bis 300 Meter Tiefe kreuzen sich - beschützt von einer zehn Meter mächtigen Lehmschicht - Wasseradern aus verschiedenen Himmelsrichtungen. Zum Beispiel das rund 10.000 Jahre alte Nass, dass in Nord-Süd-Richtung unter dem Lahntal entlang fließt. So kommt es auch, dass "Selters" heute in der kleinen Lahn-Gemeinde Löhnberg am Rand des Westerwaldes abgefüllt wird. Wagen wir nun den Sprung über die Lahn direkt in die „Stadt der Quellen”: Bad Vilbel. Hier, in einer Senke der Wetterau, fließt Wasser aus Taunus und Vogelsberg zusammen, so gut und reichhaltig, dass seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Abfüllbetriebe entstanden - so viele wie an keinem anderen Ort in Europa.
Am Rande des kleinen Kurparks plätschert in einem lichten, schmucken Pavillon klares Wasser über einem römischen Mosaik mit ungewöhnlich lebendig wirkenden Fabelwesen und Meeresbewohnern, die sich um den Gott Oceanus scharen. Am heutigen Südbahnhof stand in der Antike ein römisches Badehaus. Die prächtige originalgetreue Replika des Badbodens ließen die Hassia Mineralquellen im Jahr 2007 in einer sizilianischen Mosaikwerkstatt anfertigen. Hassia, der größte Abfüllbetrieb der Region, gab auch der einzigen artesischen Quelle im weiteren Umkreis eine neue Fassung: Der Römer Brunnen am Ufer des Flüsschens Nidda stösst mineralhaltiges Wasser aus 287 Metern Tiefe pulsierend an die Oberfläche. Besucher können dieses Naturschauspiel von einer modernen, wie eine Arche in die Landschaft eingebetteten Plattform aus miterleben. Das mineralienreiche Sprudelwasser duftet zwar sehr gewöhnungsbedürftig, ist aber als Heilwasser anerkannt.
Noch Anfang des 20. Jahrhunderts dienten solche Quellen eher der Gewinnung von Kohlensäure. Brauereien und Gaststätten brauchten das mit dem Brunnenwasser austretende Gas zum Bierzapfen. Das natürliche Mineralwasser mit seiner eigenen Kohlensäure zu beleben, kam den Abfüllern gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Sinn. Doch die Vorlieben der Verbraucher wandeln sich ständig: Heute sind Mineralwässer ohne oder mit wenig CO2 genauso stark gefragt wie der jahrzehntelang dominierende klassische „Sprudel”.
Deutschland ist ein Brunnenland. Rund 240 Mineralbrunnenbetriebe füllen aus rund 550 Quellen ihr natürliches Mineralwasser ab. Statistisch trinkt jeder Deutsche davon jährlich rund 130 Liter.
In der Eifel, wo die Erde dünnhäutig ist und Vulkangestein das Wasser bereichert, sitzt mit dem deutschen Marktführer Gerolsteiner eine der großen Ausnahmen. Ein Rundgang durch den Betrieb offenbart die Dimensionen: 1,8 Millionen Flaschen verlassen täglich das Werk am Vulkanring. Wer schon mal vorkosten möchte, kann dies nicht nur im Anschluss an die Besucherführung tun, sondern auch im Ortskern von Gerolstein: An der Helenenquelle füllen Radler, Wanderer und Autofahrer ihre Flaschen auf. Und tatsächlich: Was hier aus 117 Metern hervorsprudelt, ist köstlich und kühl. In früherer Zeit wurde eisen- und kohlensäurereiches Wasser übrigens auch zum Backen von Pfannkuchen benutzt - in Ermangelung von Hefe diente das CO2 als Treibmittel für den Teig. Beim Mineralwasser stimmt eben die Chemie.
- Mehr über den Hochgenuss aus der Tiefe
- IDM-Informationszentrale Deutsches Mineralwasser
- www.mineralwasser.com
- Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V.
- www.vdm-bonn.de
- Genossenschaft Deutsche Brunnen e.G.
- www.gdb.de
- Liste Mineralwassermarken
- http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Mineralwassermarken#Deutschland
Gerolsteiner: Betriebsbesichtigung ganzjährig montags bis freitags, jeweils 13 Uhr (nur für Gruppen mit vorheriger Anmeldung). Tel. 0 65 91 / 14 - 238 oder Anmeldeformular im Internet. Für Spontanbesucher zusätzlich montags bis freitags jeweils um 15 Uhr freie Führungen, Anmeldung nicht erforderlich.
Hassia: Betriebsbesichtigung inklusive Führung durch das Quellenmuseum: Anmeldung unter Tel. 06101/403-0 oder E-Mail info@hassia.com.
Technische Daten Volvo V50 1.8F FlexiFuel
| Motor: | 4 Zylinder FlexiFuelmotor |
| Getriebe: | 5-Gang-Schaltgetriebe |
| Leistung: | 92 kW (125 PS) |
| Drehmoment: | 165 Nm bei 4000 U/min |
| Beschleunigung 0-100 km/h: | 11,0 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit: | 200 km/h |
| Kraftstoffverbrauch kombiniert*: | 7,4 l/100 km |
| CO2-Emissionen*: | 177 g/km |
* Der Motor 1,8F (FlexiFuel) kann sowohl mit Superkraftstoff wie auch mit Bio-Ethanol E85 angetrieben werden. Auch jedes beliebige Mischungsverhältnis von Bio-Ethanol E85 und Superkraftstoff ist möglich. Der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen wurden nach den vorgeschriebenen Messverfahren (RL80/1268/EWG in der gegenwärtig geltenden Fassung) für den Betrieb mit Superkraftstoff (95ROZ) ermittelt. Angaben für den Betrieb mit Bio-Ethanol sind nach diesen Prüfvorschriften nicht möglich. In der Praxis ergibt sich, bedingt durch den um ca. 30% niedrigeren Brennwert von Ethanol, ein erhöhter Kraftstoffverbrauch bei der Verwendung von Bio-Ethanol E85.