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BRUDER DES KRIEGES

Lacrosse – vereint Rugby und Football, Feld- und Eishockey in einer Sportart. Gefragt sind Geschicklichkeit, Fitness, Strategie und Geschwindigkeit. Ursprünglich stammt Lacrosse von den Indianern an der Ostküste der USA und an den Großen Seen. Sie nannten es "Baggataway" oder auch "Tewaraathon" – kleiner Bruder des Krieges – und weihten es dem Kriegsgott.
 

In der Tat endeten die Ursprungsspiele, die zur Vorbereitung auf Kriege mit anderen Stämmen dienten, häufig mit schweren Verletzungen oder gar tödlich. Die kampfbetonten Wettbewerbe wurden zum Teil mit mehr als 100 Spielern über mehrere Tage ausgetragen. Als Tor galt oft ein Stein oder ein Baum, die kilometerweit auseinander liegen konnten.

1634 entdeckte der französische Jesuitenmissionar Jean de Brébeuf bei den Indianern diesen Sport. Er fühlte sich von den hierzu benötigten Sportgeräten, den  Schlägern, an einen Bischofsstab – französisch "la crosse" – erinnert. So kam das Spiel zu seinem heutigen Namen. In den 1850er-Jahren fingen auch Weiße an, sich für Lacrosse zu interessieren und gaben ihm die Regeln. Zunächst breitete sich Lacrosse als elitärer Universitätssport an der amerikanischen Ostküste aus. Auch in Kanada, Großbritannien, Neuseeland und Australien wurden zahlreiche Teams und Verbände  gegründet. Bei den Olympischen Spielen 1904 und 1908 war Lacrosse Wettkampfdisziplin. Als Vorführsportart war es bei den Spielen 1928 in Amsterdam und 1948 in London. Nach Deutschland gelangte Lacrosse erst 1993, als Austauschschüler aus den USA zuerst in Berlin und dann in München Vereine gründeten

Zeitweise allerdings geriet Lacrosse für eine Weile in Vergessenheit. Weder die Indianer noch die Amerikaner/Kanadier zeigten großes Interesse an dieser Sportart. Dabei wäre es wohl auch geblieben, denn das Wachstum des Sports war durch einige Faktoren limitiert. Dazu zählte, dass Lacrosse als Elitesport galt und nur von einer kleinen Bevölkerungsschicht ausgeübt wurde.

Zum anderen gab es nur wenige Indianer, die in der Kunst der Anfertigung von Lacrosse-Schlägern ausgebildet waren. Erst durch die Einführung des Kunststoffschlägerkopfs wurde Lacrosse dann einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

Das Prinzip des Spiels ist schnell erklärt: Ziel ist es auf dem fußballfeldgroßen Rasenplatz den 200 Gramm schweren Hartgummi-Ball in das gegnerische Tor zu befördern. Dazu nehmen die Spieler einer Mannschaft – zehn sind es bei den Herren und zwölf bei den Damen – Schläger, die am Ende einen Kopf mit Netz haben. Mit diesen Schlägern darf man den Ball aufheben, werfen und fangen. Die Länge der Schläger variiert bei den Stürmern sind sie kürzer als bei den Verteidigern. Ein "Herren"-Spiel dauert 80 Minuten und ist in Viertel unterteilt.

Lacrosse ist ein sehr körperbetontes, hartes Spiel – zumindest für Männer. Bodychecks sind erlaubt, der ballführende Spieler darf also mit Körperkontakt und Schlägereinsatz angegriffen werden. Deshalb tragen die Spieler schwere Schutzkleidung, ähnlich wie beim Eishockey. Für die Damen gibt es eine entschärfte Variante, bei der jeder Körperkontakt verboten ist und Schnelligkeit sowie Geschicklichkeit beim Werfen und Fangen im Vordergrund stehen.

Zurück zum Ursprung: Der indianischen Überlieferung zufolge, wurde Lacrosse vom "Schöpfer" gegeben um von den Waldtieren gegen die Vögel gespielt zu werden. Der Mond war dabei der Ball.

Informationen:
 
Deutscher Lacrosse Verband
Deutschland Lacrosse Nationalmannschaften

 

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